Sue Lin Park und Anton Böhm

SUE LIN PARK

Jahrgang 1994, gebürtig aus Hannover, Wahlheimat Berlin. Nach ihrem Studienabbruch widmet sie sich in letzter Zeit wieder den schönen und hässlichen Künsten. In der Ausstellung ist ihre bisher umfassendste Installation zu sehen: EIN TROST DER DINGE. Diese nähert sich vorsichtig und intensiv den Themen Intimität, Schwäche und Depression.

 

ANTON BÖHM

Jahrgang 1994, in Hamburg geboren, wuchs in Berlin auf und wohnt noch heute dort. Nach einem freiwilligen sozialen Jahr im Ausland fing er ein Studium der Politikwissenschaften an, was er jedoch für verschiedene Praktika am Theater abbrach. Im Winter 2015 wird er erneut Regieassistent an der Schaubühne sein. Im Rahmen der Ausstellung WESEN UND STRUKTUR arbeitet er zusammen mit Sue Lin Park.

 

SueLinPark+AntonBoehm_01EIN TROST DER DINGE, 2015, Installation

 

SueLinPark+AntonBoehm_02EIN TROST DER DINGE, 2015, Installation / EIN TROST DER DINGE, 2015, Dokumentarische Videoarbeit, HD Video, 16:9, Farbe, Ton, 30 min

 

SueLinPark+AntonBoehm_03EIN TROST DER DINGE, 2015, Installation

 

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EIN TROST DER DINGE, 2015, Installation

 

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EIN TROST DER DINGE, 2015, Installation

 

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EIN TROST DER DINGE, 2015, Installation

 

Text zur Arbeit

von Sue Lin Park und Anton Böhm

Sue Lin Park und Anton Böhm sind aus Berlin. Nachdem sie es über zwei Jahre geschafft hatten, sich aus dem Weg zu gehen, trotz vieler gemeinsamer Freunde, fanden sie sich im Mai 2015 als gute Bekannte zusammen und wurden im Rahmen der Kunstklasse Marzahn-Hellersdorf zu Freunden.

Gemeinsam entwickelten sie das Konzept: Skulpturen, Skizzen, Zeichnungen, zwei Sessel, ein Tisch, ein Bett, Kerzen, Kleider, Aschenbecher, Bilder, ein Fernseher und eine Videoarbeit. All das umfasst die Rauminstallation EIN TROST DER DINGE.
Wichtig für die Arbeit ist das Spannungsfeld von WESEN UND STRUKTUR.
In welcher Beziehung stehen diese zueinander: Folgt die Struktur aus dem Wesen und wo lässt sich das Wesen von der Struktur bestimmen?
Dabei sind zwei Arbeiten entstanden. Diese stehen im Bezug zueinander, als dass ihnen das gleiche Thema zugrunde liegt, nämlich die Beziehungen zwischen Dingen und Menschen. Gleichzeitig lassen sie sich aber auch allein stehend betrachten, da sie sich dem Thema aus unterschiedlichen Richtungen annähern. Wobei Anton Böhms Einfluss stärker in der Videoarbeit und Sue Lin Parks in der Installation zu spüren ist. In der Mitte treffen sie sich in der gemeinsamen Rauminstallation.

Die Installation zeigt ein Zimmer, in welchem das Bett als Lebensraum in den Fokus gerückt wird. Weiter ist zu jeder Zeit eine menschliche Skulptur zu sehen, welche in Intervallen ausgetauscht wird und so dem Betrachtenden eine Idee von dem Leben in diesem Raum gibt. Mit der Installation tastete Sue Lin Park sich an den Begriff von Intimität, das Allein-Sein und die vielschichtigen Beziehungen zu privaten Räumen und Dingen heran. Eingeflossen sind ihre Erfahrungen mit Depression, Adoleszenz und Widerständen. Begleitend waren die Fragen: Was bewegt oder treibt einen in solche Verhaltensmuster und in welchem Ausmaß ist dieses ungesund oder gar krankhaft?
So thematisiert, kritisiert und reflektiert die Arbeit eine Tabuisierung von Schwäche, Zartheit, Verweigerung, Schutz und die Problematik einen offenen und fairen Diskurs über jene Themen führen zu können.

Die dokumentarische Videoarbeit wird auf dem Fernseher gezeigt, der sich in dem Raum befindet.
Anton Böhm führte mit Freunden und Bekannten Gespräche, in ihren Zimmern, über ihre Zimmer. Am Anfang stand die Idee, herauszufinden, inwieweit Wohnräume uns selbst widerspiegeln. Mit welchen Sachen wir uns umgeben? Wie wir mit Ihnen umgehen? Welche Gegenstände uns wichtig sind?
Die These, dass hinter jedem Gegenstand eine Geschichte steckt, die aus dem Objekt mehr macht als das, was es eigentlich ist: ein Ding.
Die Videoarbeit ist der Versuch einen Einblick in die Gespräche zu geben.
Schnell stellte sich heraus, wie nah man mit der Frage nach den Geschichten an das Wesen der Menschen herankommt und vielleicht auch zu weit geht. Weil es einen Grund hat, dass die Dinge, mit denen wir uns umgeben, stumm sind und nur ihr Besitzer ihre Bedeutung kennt. Sie können uns mehr sagen, als wir aussprechen wollen. Deswegen schweigen sie. Das ist der Trost der Dinge.

 

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